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Grundlagen Der SEPIC-Wandler als effiziente Bias-Stromversorgung

| Autor: Kristin Rinortner

Ein Wandler in SEPIC-Topologie als Bias-Stromversorgung einzusetzen könnte durchaus sinnvoll sein, wennman auf eine galvanische Trennung verzichten kann.

Der SEPIC-Wandler als effiziente Bias-Stromversorgung
Der SEPIC-Wandler als effiziente Bias-Stromversorgung
(Quelle: Redaktion Elektronikpraxis )
Haben Sie schon einmal daran gedacht, einen Wandler in SEPIC-Topologie als Bias-Stromversorgung einzusetzen? Wenn Sie auf eine galvanische Trennung verzichten können, könnte das durchaus sinnvoll sein.

Der SEPIC-Wandler (Single-Ended Primary Inductor Converter) bietet nämlich einige Eigenschaften, mit denen er attraktiver ist als ein Sperrwandler ohne galvanische Trennung. So lässt sich beispielsweise das Nachschwingen des MOSFETs und des Ausgangsgleichrichters kontrollieren, was elektromagnetische Störungen und Überspannungen wirksam verringern kann.

In vielen Fällen hat dies den Vorteil, dass Sie Bauelemente verwenden können, die niedrigere Nennspannungen aufweisen und infolgedessen kostengünstiger sind und effizienter arbeiten. Außerdem verbessert sich bei einem SEPIC-Wandler mit mehreren Ausgängen die Kreuzregelung zwischen den einzelnen Ausgängen, so dass man auf Längsregler gegebenenfalls ganz verzichten kann.

 Bild 1: Ein SEPIC-Wandler mit mehreren Ausgängen Bild 1: Ein SEPIC-Wandler mit mehreren Ausgängen

Bild 1 zeigt einen SEPIC-Wandler, der ebenso wie ein Sperrwandler mit einer minimalen Anzahl von Bauelementen auskommt. Im Grunde wäre diese Schaltung ohne C1 nichts anderes als ein Sperrwandler. Dieser Kondensator bewirkt das Festklemmen der Spannungen an den Halbleiterbauelementen, die mit ihm beschaltet sind.

Schaltet man den MOSFET ein, wird die Sperrspannung an D1 vom Kondensator über den MOSFET festgeklemmt. Wenn der Leistungsschalter ausgeschaltet wird, steigt die Drain-Spannung, bis D1 leitet. Während der Ausschaltzeit wird die Drain-Spannung des MOSFETS von C1 über D1 und C2 festgeklemmt.

SEPIC-Wandler mit mehreren Ausgängen

Bei einem SEPIC-Wandler mit mehreren Ausgängen müssen die Wicklungsverhältnisse eine Voraussetzung erfüllen: Eine der Sekundärwicklungen muss ein Übersetzungsverhältnis von 1:1 gegenüber der Primärwicklung aufweisen und mit C1 beschaltet sein. In der Beispielschaltung in Bild 1 hat die 12-V-Wicklung ein Übersetzungsverhältnis von 1:1, aber man hätte stattdessen auch die 5-V-Wicklung verwenden können.

 Bild 2: Der SEPIC reduziert Störungen und Überspannungen Bild 2: Der SEPIC reduziert Störungen und Überspannungen

Die Schaltung in Bild 1 wurde aufgebaut und getestet. Sie wurde sowohl als SEPIC-Wandler (mit C1) und als Sperrwandler (ohne C1) betrieben. Bild 2 zeigt die MOSFET-Überspannungen in beiden Betriebsarten. Im Sperrwandler-Modus stieg die Drain-Spannung des MOSFETs auf fast 40 V, während sie im SEPIC-Modus nur 25 V erreichte. In einer Sperrwandlerschaltung müsste man also einen 40-V- oder 60-V-MOSFET einsetzen, während bei der SEPIC-Lösung ein MOSFET für 30 V ausreichen würde.

Darüber hinaus wäre das hochfrequente Nachschwingen (>5 MHz) problematisch in Bezug auf die Entstörung. Die Kreuzregelung der beiden Schaltungen wurde gemessen, wobei der SEPIC ein wesentlich besseres Verhalten zeigte. In beiden Schaltungen wurden die 5-V-Ausgänge auf 5,05 V gehalten, die Lastströme von Null bis auf Volllast variiert und die Eingangsspannung auf 12 oder 24 V eingestellt.

Die 12 V blieben beim SEPIC innerhalb einer Regelungsbandbreite von 10%, während die 12 V beim Sperrwandler auf 30 V stiegen (hohe Eingangsspannung, 12-V-Ausgang unbelastet, 5-V-Ausgang unter Volllast). Die Wirkungsgrade beider Konfigurationen waren gleich, aber die Wahl wäre auf den SEPIC-Wandler gefallen, wenn die Leistungsbauelemente anhand der niedrigeren Überspannungen gewählt worden wären.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der SEPIC-Wandler eine nützliche Topologie für Stromversorgungen ist, bei denen es nicht auf eine galvanische Trennung ankommt. Sie begrenzt die MOSFET-Überspannung auf einen Wert, der gleich der Eingangsspannung plus der Ausgangsspannung ist, und eliminiert die elektromagnetischen Störungen, die ein Sperrwandler erzeugt.

Die geringeren Überspannungen gestatten unter Umständen die Verwendung von Bauelementen mit niedrigeren Nennspannungen, so dass der Wirkungsgrad der Stromversorgung steigt und die Bauteilkosten sinken. Zudem vereinfacht das günstigere Störverhalten die EMV-Prüfung des endgültigen Produkts. Bei einer Konfiguration als Spannungsversorgung mit mehreren Ausgängen verbessert sich schließlich auch die Kreuzregelung im Vergleich zu einem Sperrwandler.

Literatur [1] Betten, J.; Kollmann, R.: “No need to fear: SEPIC outperforms the flyback”, Power Management DesignLine, 25. Januar 2006. Von Robert Kollman, Texas Instruments.

Über den Autor

 Kristin Rinortner

Kristin Rinortner

, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.