Suchen

Bauelemente Machen Sie etwas mit nicht genutzten Pins!

| Autor: Kristin Rinortner

Ein nicht genutzter Pin an einem Analog-IC kann zu einem frühzeitigen Ausfall durch elektrostatische Entladung führen. Nicht benutzte Eingänge mit einer Stromversorgung verbinden!

Analog-IC (Spannungsreferenz)
Analog-IC (Spannungsreferenz)
(Analog-IC (Spannungsreferenz))
Frage: Was soll ich mit den nicht genutzten Pins eines Analog-ICs machen? Antwort: Gehen Sie freundlich mit ihnen um, beachten Sie sie und ignorieren Sie sie niemals.
 Analog-IC (Spannungsreferenz) Analog-IC (Spannungsreferenz)

Nach Goethe ist „ein ungenutztes Leben ein früher Tod” [1]. Auf ähnliche Weise kann ein nicht genutzter Pin an einem Analog-IC das Risiko eines frühzeitigen Ausfalls durch elektrostatische Entladung (ESD) erhöhen. Obwohl ungenutzte Ausgänge offen bleiben können und dies im Allgemeinen auch sind, ist es normalerweise besser, nicht benutzte Eingänge (sowohl analoge wie auch digitale) mit einer Stromversorgung zu verbinden.

In einem System mit nur einer Versorgungsspannung erfolgt diese Verbindung normalerweise zur negativen Masse. In einem System mit zwei Versorgungsspannungen zur mittleren Versorgungsspannung. Doch es gibt Ausnahmen. Wie immer ist RTFDS (Read The Friendly Data Sheet) notwendig und es sollte das Angeratene getan werden. Falls das Thema nicht erwähnt wird, ist Erden normalerweise die beste Strategie.

Ungenutzte Verstärkereingänge sind eine der wichtigen Ausnahmen. Das Erden von ungenutzten Eingängen eines Verstärkers kann seine Stromaufnahme erhöhen. Die beste und oft auch die einzig sichere Strategie besteht darin, den Verstärker als Puffer zu schalten und den Eingang auf ein Potenzial irgendwo zwischen den Versorgungsspannungen festzulegen.

CMOS-Schalter und Multiplexer sind symmetrische Bauteile; ihre ein- und ausgangsseitigen Anschlüsse für die Signale sind austauschbar. Ungenutzte Anschlüsse sollten als Eingänge und nicht als Ausgänge betrachtet werden. Somit sollten sie alle auf Masse liegen.

Interne Pull-up- oder Pull-down-Widerstände verbinden einen Eingang mit einer positiven Versorgungsspannung (Pull-up) oder Masse (Pull-down). Falls sich an einem ungenutzten Eingang einer dieser Widerstände befindet, muss man keine Verbindung zu ihm herstellen. Falls der Pin jedoch angeschlossen ist, sollte er an der gleichen Spannung wie sein Widerstand liegen. Bei jeder anderen Verbindung wird Strom in den Widerstand fließen und Energie verschwendet (die verschwendete Energie mag zwar klein sein, doch jede verschwendete Energie sollte, falls möglich, vermieden werden).

Besondere Beachtung sollte man nicht genutzten Logik-Eingängen schenken. Diese sollten, falls unbenutzt, den Logikpegel 1 haben. Manche Logik-Eingänge haben drei Zustände (Tristate), nicht nur zwei. Dabei ist eine offene Verbindung als Logikzustand definiert. Solche Eingänge sollte man eventuell offen lassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man sich auf jeden Fall Gedanken über nicht genutzte Pins machen sollte. Denn dies ist ein wichtiger Teil bei der Entwicklung von Analogschaltungen, der nicht übersehen werden darf.

Von Uwe Bröckelmann nach Unterlagen von Analog Devices.

Literatur

[1] Goethe, J. W. von: aus seinem Stück „Iphigenie auf Tauris” (1779)

 

 

Über den Autor

 Kristin Rinortner

Kristin Rinortner

, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.