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Grundlagen Ist Ihr Verstärker abgeschaltet oder befindet er sich nur im Stromsparbetrieb?

| Autor: Kristin Rinortner

Frage: Was ist der Unterschied zwischen „Power-Down”, „Shutdown“, „Standby“, „Sleep Mode“ und „Disable“?Antwort: Alle diese Funktionen klingen ähnlich, können aber je nach spezifischem Verstärker und Hersteller sehr unterschiedliche Bedeutungen haben.

Aus ist nicht gleich aus. Die Unterschiede zwischen den einzelen Modi können sich je nach Hersteller und Baustein erheblich unterscheiden.
Aus ist nicht gleich aus. Die Unterschiede zwischen den einzelen Modi können sich je nach Hersteller und Baustein erheblich unterscheiden.
(Quelle: Redaktion Elektronikpraxis)

Bei Analog Devices beschreiben die Begriffe „Power-Down“ und „Shutdown“ den Zustand eines Verstärkers, in dem der versorgungsseitig aufgenommene Ruhestrom von seinem normalen Betriebspegel abgesenkt wird. Der Versorgungsstrom wird normalerweise gedrosselt, indem der Strom in der internen Biasschaltung des Verstärkers reduziert wird. So kann zum Beispiel ein Verstärker, der im normalen Betrieb einen Ruhestrom in der Größenordnung Milliampere aufnimmt, in der Power-Down-Betriebsart nur einige Mikroampere oder sogar Nanoampere aufnehmen. Die Ausgangsspannung des Verstärkers ist sowohl in der Power-Down- wie auch in der Shutdown-Betriebsart undefiniert.

Den Begriff „Disable“ nutzt man bei Analog Devices, um den Zustand eines Verstärkers zu beschreiben, dessen Ruhestrom wie oben vom normalen eingeschalteten Zustand reduziert wird. Allerdings mit der zusätzlichen Eigenschaft, dass der Ausgang in einen Hochimpedanz-Zustand gelangt, wenn das Bauteil in den „Disable“ Zustand versetzt wird. Diese äußerst nützliche Betriebsart sorgt für die galvanische Trennung zwischen Ein- und Ausgang und erlaubt zudem das Multiplexen von Ausgängen durch „Oder“-Verknüpfungen.

Datenblatt immer sorgfältig lesen

Man sollte das Datenblatt sorgfältig lesen. Für eine einfache „Power-Down”-Funktion enthält die Tabelle mit den Spezifikationen vielleicht ein paar Zeilen, die auf die Leistungsparameter eingehen. Oder es gibt eine Kurve, welche die Stromaufnahme im normalen Betrieb der Stromaufnahme im „Power-Down“-Zustand gegenüber stellt. Auch kann das Datenblatt eine Kurve enthalten, die den Strom im „Power-Down“-Zustand gegenüber der Temperatur zeigt.

Bei einer „Disable“-Funktion (Hochimpedanz-Zustand) kann man die gleichen Tabelleninhalte erwarten. Man kann aber auch eine Kurve vorfinden, welche die Ausgangsimpedanz der Frequenz gegenüber stellt. Dies macht man, weil die hohe Ausgangsimpedanz über die Frequenz nicht konstant ist. Auch gibt es manchmal ein Schaltungsbeispiel, welches die Hochimpedanz-Fähigkeit des Bauteils in einer Multiplexing-Anwendung zeigt.

Beachten sollte man ebenfalls die „Power-Down“-Schwellenspannungen. Operationsverstärker haben keine Masseanschlüsse. Daher sind die meisten „Power-Down”-Schaltungen intern auf eine der Versorgungsleitungen referenziert. Die Schaltpegel sind eventuell nicht zu herkömmlichen Logiksignalen kompatibel und man braucht daher vielleicht eine Möglichkeit zur Pegelanpassung.

Nicht alle Hersteller nutzen die gleiche Nomenklatur. Was ein Hersteller als „Disable” bezeichnet, kann bei einem anderen Hersteller „Shutdown“ heißen. Daher sollte man im Datenblatt des Herstellers nachsehen, wie „Power-Down“, „Shutdown“ oder „Disable“ definiert sind.

Von Uwe Bröckelmann nach Unterlagen von Analog Devices.

Über den Autor

 Kristin Rinortner

Kristin Rinortner

, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.